Mittwoch, Juli 12, 2006

Die Mauer muss her!
Das wird zumindest gerade im Forum des Muslim-Marktes gefordert. Angesichts der aktuellen Eskalation im Gaza-Streifen werden dort Überlegungen über die Realisierbarkeit der Zwei-Staaten-Lösung angestellt. Ein gewisser Ahmetzade schreibt:

„Wenn also ein unabhängiger souveräner Staat Namens Palästina gegründet wird, dann wird dieser neue Staat dann gezwungen sein, Sicherheitsvorkehrungen zu nehmen, ähnlich wie die innerkoreanische Grenze beschaffen ist, damit Nordkorea nicht noch einmal in Südkorea einmarschieren kann. Dann muss der Staat Palästina an der Grenze zu Israel ein 100 Meter breites dicht bemientes Mienenfeld schaffen, damit israelisches Militär mit Panzer und Soldaten usw. nicht in palästinensisches Staatsgebiet einmarschieren kann.“

Gar keine so schlechte Idee. Eine nicht allzu bescheidene Grenzsicherung dürfte im gegenseitigen Interesse sein. Genau genommen haben die Israelis ja schon angefangen, eine ordentliche Sperranlage zu bauen, doch bei den Palästinensern: keine Spur von Freude oder Dankbarkeit! Nein, im Gegenteil, sie beschweren sich, reden von einer Apartheid-Mauer, organisieren Demos, internationale Kampagnen, Konferenzen und was weiß ich gegen den Zaun, weil hier und da ein Knallerbsen... äh Olivenbaum gerodet werden muss.

Falls die Palästinenser es sich also anders überlegen, und sich dem Vorschlag aus dem Muslim-Markt folgend am Bau der Sicherheitsanlagen beteiligen wollen, dann empfehle ich die Google-Suche: „israel + sicherheitszaun“. Das ergibt als ersten Treffer:

Sicherheitszaun Israel
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Ist ja schließlich nicht einzusehen, dass Israel den ganzen Scheiß alleine bezahlen muss! Das wird auch den Kollegen beim Muslim-Markt einleuchten, denke ich.

7 Comments:

At 11:26 nachm., Blogger empty rooms said...

netter artikel, aber, hmm, ich als ex-zoni (also quasi staatenlos, yippie!) find *mauern* auch nich soo geil - abschaffen von kapitalismus (i.e. privateigentum) wär auch irgendwie noch so ne (maybe utopische) option... (k, muss jetz erst ma l-word gucken, bevor ich weiter darüber nachdenken kann...)

 
At 3:24 vorm., Blogger saltandvinegar said...

der alte vergleich mit der ddr-mauer. der hinkt doch so. die mauer sperrte da in die andere richtung, von innen nach aussen. terroristen gabs auch keine. also lasst das doch mal. auch zonis sind uebrigens ganz echte deutsche.

 
At 7:29 vorm., Blogger empty rooms said...

wollt das nich gleichsetzen, aba wo du´s sagst fühl ich mich gleich wieda so deutsch :)

 
At 9:51 vorm., Blogger msh said...

Der Beton für die Mauer, die Israel grade baut, stammt übrigens - kein Scherz - aus palästinensischen Betrieben. Man kann den Palis ja viel vorwerfen (das meiste davon vermutlich zurecht), aber Geschäftssinn haben sie offenbar!

 
At 10:03 vorm., Blogger Ivo Bozic said...

stimmt, salt, hinkt gewaltig.... es war nicht die absicht, das zu vergleichen. dennoch bin ich mir nicht sicher, ob du die funktion der ddr-grenze nicht auch ein wenig unterschätzt. is aber n andres thema...
@empty: nich dass du denkst, ich stünde auf grenzen und grenzanlagen... aber wenn etwas grenzen überflüssig macht, war es in dtlnd. historisch und ist es heute der kapitalismus, fürchte ich... aber auch das isn andres thema...

 
At 12:17 nachm., Blogger empty rooms said...

@ivo
leider sehe auch ich im moment die einzige chance (für ne revolution) im global capitalism (jaja, der alte marx:) - ich mein, bill gates reisst bestimmt mehr als irgendwelche un-institutionen... (könntet ihr auch ma nen jungle-thread draus machen)(boah, muss jetz erst ma pennen, glaub ich)

 
At 11:30 nachm., Blogger saltandvinegar said...

das sind einfach zwei voellig verschiedene dinge. israel schuetzt seine einwohner, unter anderem mit einem sicherheitszaun, welcher an manchen stellen eine mauer ist. die ddr schuetzte sich hauptsaechlich vor dem oekonomischen kollaps, in dem sie ihre buergern die freie ausreise durch eine mauer hinderte. den angriff vom westen, wie sie weissmachen wollte, haette das maeuerchen sowieso nicht verhindern koennen. dafuer gabs den status quo und die russen.

 

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