Freitag, März 23, 2007

Knut!
oder: Wer vermenschlicht hier wen?

Knut muss sterben! Das forderten letzte Woche angeblich Tierschützer. Der „Tierschützer“, auf den diese Meldung zurückgeht, ist jedoch Tierrechtler, was ein wichtiger Unterschied ist, und selbstverständlich fordert er nicht die Ermordung von Knut, sondern will mit seinem Engagement für „nichtmenschliche Tiere“ nur die „Beendigung aller Haltungen in Gefangenschaft“ erreichen, also die Schließung aller Zoos. Sprengt die Knäste – sozusagen.

Die Tötung eines „nichtmenschlichen Tieres“ wäre glatter "Mord", sagte der Tierrechtler und beruft sich auf Ethik und Moral. Und auf die „Gesetze der Natur“, die eine Inhaftierung von „nichtmenschlichen Tieren“ und deren widernatürliche Haltung und Ermordung verbieten würden. Seine abstruse Argumentation bringt das Problem der Tierrechtler auf den Punkt: Die Gesetze der Menschen und der Natur klaffen weit auseinander. Zum Glück! Sonst säßen nämlich nicht nur Knut, sondern seine gesamten Artgenossen im Knast wegen des Mordes an unzähligen Fischen. Eigentlich gehörte die gesamte Tierwelt eingesperrt, denn diese „nichtmenschlichen Tiere“ verstoßen Tag und Nacht gegen so ziemlich jede Regel, die der Mensch aufgestellt hat. Und würden andersrum die Gesetze der Natur für Menschen gelten, dann wäre es erlaubt, die eigenen Kinder nach der Geburt aufzuessen oder im Wettstreit um die Gunst der Liebsten die Kontrahenten totzubeißen - unser Leben wäre einziges Fressen und Gefressenwerden.

Das in Seattle ansässige Great Ape Project fordert eine „Erklärung für Menschenaffen“, die Gorillas, Orang-Utans, Schimpansen und Bonobos mit dem Menschen rechtlich auf eine Stufe stellt. Selber unterzeichnen können die Affen sie wohl kaum. Und wenn sie erstmal auf die Idee kommen, ihr Recht auf Arbeit oder Teilnahme an den Wahlen einzuklagen, na das wird lustig! Aber gut: Gleiche Rechte, gleiche Pflichten. Dann sollen Tiere bitteschön auch in der Armee dienen, Steuern zahlen und sich im Auto anschnallen. Ich seh schon Knut, wie er versucht, seinen Hartz-IV-Antrag auszufüllen, nachdem man ihm den Mietvertrag im Berliner Zoo gekündigt hat, weil er seinen Müll nicht getrennt hat. „Vermenschlichung“ von Tieren lautet der Vorwurf an den Berliner Zoo bezüglich Knut? Das ich nicht lache. Dieser Vorwurf geht an die Tierrechtler.

Nein, ich bin sicher, Knut mag keine Tierrechtler. Und schon allein deshalb mag ich Knut.
Knut tut gut!

Foto: Hund beim Gesetzesverstoß. Nicht angeschnallt kostet 30 Euro Strafe! Haste nicht, Fiffi? Geh arbeiten!

3 Comments:

At 10:25 nachm., Blogger orcival said...

jawoll, wunschschlagzeile in zwei jahren: duemmliche tierschuetzer an unterdessen herangewachsenen eisbaeren knut verfuettert...

 
At 12:11 vorm., Blogger Ivo Bozic said...

@orcival
wie gesagt ich wollte tierrechtler und tierschützer schon auseinanderhalten...

 
At 2:13 nachm., Blogger orcival said...

pah, differnziertheit hindert mich immer am rummeckern. ;-= naaaa, gut vielleicht hast du aber auch recht, und man sollte das trennen...

 

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