Mittwoch, Januar 10, 2007

Der Aufbruch
Das SAUGEILE an der Reise, die vor mir liegt, auf die ich mich so langsam einstimme, ist, dass es völlig unerheblich ist, ob ich zehn oder 20 Unterhosen einpacke. Es wird so oder so nicht reichen. Als ich das feststellte, hat mich das an Franz Kafkas Parabel „Der Aufbruch“ erinnert. Darin sattelt jemand sein Pferd und wird dabei vom Diener angesprochen:

„Wohin reitest du, Herr?“ „Ich weiß es nicht“, sagte ich, „nur weg von hier, nur
weg von hier. Immerfort weg von hier, nur so kann ich mein Ziel erreichen.“ „Du
kennst also dein Ziel“, fragte er. „Ja“, antwortete ich, „ich sagte es doch:
‚Weg-von-hier’, das ist mein Ziel.“

So sieht das aus. Bestimmt fängt hier nächste Woche der Winter an, oder zumindest die mit ihm in dieser Stadt einhergehende Selbstmord-Stimmung, und das hat mir letztes Jahr echt fürs erste gereicht. Ich kam auf Kafka, wie ich sagte, wegen der Unterhosen. Diesbezüglich geht der Dialog in der Parabel wie folgt weiter:

„Du hast keinen Essvorrat mit“, sagte er. „Ich brauche keinen“, sagte ich, „die
Reise ist so lang, dass ich verhungern muss, wenn ich auf dem Weg nichts
bekomme. Kein Essvorrat kann mich retten.“
Habe ich schon mal gesagt, dass Kafka der Größte ist? Jedenfalls sattle ich gerade mein Pferd, den Blick nach vorn gerichtet - und so wird es auf diesem Blog demnächst nur ein paar Eintragungen aus meinem Logbuch geben. Ein Blogbuch sozusagen. Höhö. Beziehungsweise einfach: ein echtes Web-Log. Naja mal sehen… Vielleicht habe ich auch, wenn ich erst mal weg-von-hier bin, gar keine Ambitionen mehr dazu. Denn:

„Es ist ja zum Glück eine wahrhaft ungeheuere Reise.“

2 Comments:

At 9:43 nachm., Blogger torsun said...

vorher noch nen saft trinken?

 
At 11:20 nachm., Blogger Ivo Bozic said...

@torsun
auja, lass uns das versuchen

 

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