Dienstag, Januar 22, 2008

Dreht Gaza den Saft ab!
Einrücken sollen israelische Soldaten keinesfalls in den Gaza-Streifen, Luftangriffe schon gar nicht. Die Grenze dicht machen? Oh Gott, wie brutal! Egal wie die Israelis auf die massiven Raketen-Angriffe der Palästinenser reagieren, sie sind immer die Buhmänner.
Für mich übrigens grade auch. Ich habe definitiv kein Verständnis dafür, dass die Regierung in Jerusalem wieder Treibstoff in den Gaza-Streifen gelassen hat. Auch dass nach wie vor 70 Prozent des Stroms an Gaza geliefert wird, kann ich nicht verstehen. Die Blockade ist das beste und einzige Druckmittel, um der Hamas klarzumachen, dass sie es in den eigenen Händen hat, eine humanitäre Katastrophe zu vermeiden, wenn sie schlicht und einfach dafür sorgt, dass die täglichen Angriffe auf die israelische Zivilbevölkerung eingestellt werden.

Wollt ich nur mal so gesagt haben...

(Die Bilder zeigen Menschen in Sderot bei Kassam-Angriffen)

9 Comments:

At 9:43 vorm., Blogger Oberhausen said...

Einer Terrorgruppe kann ein zivilisierter, aufgeklärter und freier demokratischer Staat eben nur hilflos gegenüber stehen, vor allem wenn es der verhasste Judenstaat ist. Die Hamas freut sich ja über jedes tote Kind, das sie in die Kamera halten kann (notfalls erschiesst sie halt selbst ein Kind).
Als Freund Israels kann man den ganzen Tag nur kotzen. Ob in der Fußgängerzone voller Palitücher, beim Tagesschau gucken oder Bloglesen.

 
At 5:13 nachm., Blogger Tobias said...

Stand eben im Newsletter der Botschaft:

"Der Leiter des Hamas-Politbüros in Damaskus, Haled Mashal ruft zum uneingeschränkten Kampf gegen Israel auf. In Bezug auf die aktuelle Situation betonte er heute, dass der Kampf der Palästinenser selbst dann weiter gehen würde, wenn der Gaza-Streifen in Treibstoff ertrinken würde.

Mashal machte dabei deutlich, dass seine Organisation auf die Eroberung Israels aus ist: „Der Kampf muss weitergehen, bis die Belagerung des Gaza-Streifens aufgehoben ist und bis zur Befreiung Palästinas – ganz Palästinas.“"

Klarere Ansagen gibt es jawohl nicht. Daher: Dreht den Treibstoff endlich ab!

 
At 7:37 nachm., Blogger Julia said...

Ich hab ja auch meine Kritik an der Hamas und bin mit Israel auch "solidarisch", aber ist es nicht etwas menschenverachtend, der gesamten Zivilbevölkerung "den Saft abdrehen" zu wollen? Dass hier in einem Kommentar behauptet wird, dass sich die Hamas "über jedes tote Kind" freuen würde, dass sie "in die Kamera halten kann" mag ja auch stimmen, ich bin mir aber zu 100 Prozent sicher, dass sich zumindest die Mutter nicht darüber freut, dass ihr Kind tot ist.

 
At 10:55 nachm., Blogger Ivo Bozic said...

@julia. es geht ja nicht darum, die menschen auszuhungern, sondern darum, endlich mal eine "blockade" solange durchzuziehen, bis der raketenbeschuss auf sderot tatsächlich eingestellt wird. es läge also in der hand der hamas, wie lange der "saft abgedreht" wäre. selbstverständlich kann niemand wünschen, und auch ich tue das nicht, dass das eine lange zeit wäre.
angesichts der neuen entwicklung und der massenflucht nach ägypten, haben wir aber nun sowieso wieder eine neue situation, das reden über die blockade hat sich damit vermutlich vorerst erledigt. mal sehen was die nächsten tage bringen...

 
At 10:58 nachm., Blogger Ivo Bozic said...

mehr über die so genannte blockade hier:
http://www.n-tv.de/908165.html

 
At 1:02 vorm., Blogger unGeDuLdig said...

Es bleibt die weniger moralische als taktische Fragwürdigkeit von Kollektivstrafen. Wenn man eine kulturelle Hegemonie der todesverliebten Hamas im Gazastreifen hinzurechnet, drängt sich der Vergleich mit den Deutschen auf, die einen Selbstmordpakt mit ihren Führern so lange durchhielten, bis man ihnen sowohl Blut als auch Boden um die Ohren fliegen liess.

Adorno sagte mal, dass bei manchen nach 1945 argumentativ völlig Unerreichbaren der Hinweis auf die schliessliche Verwüstung Deutschlands "ziehen" könnte.

Ich habe trotzdem gewisse Zweifel am Erfolg pädagogischer Schläge, angesichts 1. der Jenseitigkeit des Islamismus und 2. der historischen Erfahrungsresistenz der palästinensischen Identität.

Interessant ist aber, dass einmal einer der arabischen Profiteure der palästinensischen Katastrophe etwas von der eigenen Medizin zu schlucken bekommt. Die Instrumentalisierung und Ausgrenzung der Palästinenser durch die libanesische, jordanische und ägyptische Regierung waren seit jeher aussenpolitische Waffen gegen Israel. Ein Aderlass von Gaza nach Kairo könnte vielen Linderung verschaffen, Gaza ist ohnehin total überfüllt und wäre selbst unter Idealbedingungen unverwaltbar.

 
At 12:42 nachm., Blogger Oberhausen said...

"Es bleibt die weniger moralische als taktische Fragwürdigkeit von Kollektivstrafen." - Tja, wie die Juden es machen, machen sie es verkehrt. Aber da jetzt die Grenzen nach Ägypthen offen sind ist es nicht mehr die Verantwortung Israels hunderttausende Jordanier (sorry, "Palestinenser") durchzufüttern.

 
At 3:24 vorm., Blogger unGeDuLdig said...

Ich habe lediglich Zweifel daran angemeldet, dass sich die Hamas irgendwie belehren lässt. Massgebliche Stimmen der IDF würden sie lieber entwaffnen als erziehen, auch wenn der Preis dafür zunächst viel höher wäre. Lieber ein Ende mit Schrecken usw.

 
At 10:47 nachm., Blogger julix said...

@oberhausen:
es ist sinnlos hier antizionismus seitens "ungeduldig" zu insinuieren.

 

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